3D Drucker

Aus FabLab Winti Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Unsere 3D-Drucker

Unsere 3D-Drucker und der Filamentschrank

Das FabLab verfügt über mehrere 3D Drucker:

Anzahl Drucker Typ Interner Name Druckvolumen Verwendung Schwierigkeitsgrad Erlaubte Materialien Düsendurchmesser Spezielles
3x Prusa Mk4 Dwork, Euler, Fibonacci 250x210x220 mm Einfache Drucke mit nur einem Filament (oder manuellem Wechsel) Geeignet für alle Anwender. PLA, PETG, TPU in Vorbereitung 0.4mm Stabile Umgebungstemperatur dank "Prusa Enclosure"
1x Prusa XL Galileo 360x360x360 nmm Multi-Farben und Multi-Material Druck. Grosses Druckvolumen Fortgeschrittene PLA, PETG, TPU in Vorbereitung Düsen 1-4: 0.4mm / Düse 5: 0.8mm Mit 5 Werkzeugköpfen
Prusa Mk4 im Einsatz

Anleitungen

Bist du neu im 3D-Druck oder hast du schon lange nicht mehr im Fablab gedruckt?

Filamente

Im Filamentschrank lagern wir unsere Filamente in einer trockenen Umgebung
  • Filament aus dem Fablab ist im Druckpreis enthalten
  • Eigene Filamente darfst du auch verwenden
  • Gestattete Filament Materialien sind: PLA, PETG und TPU
    • Falls du ein anderes Filament drucken willst, nimm am besten Kontakt mit der "Fachgruppe 3D-Druck" auf, zB. via Slack im Channel #3d-drucker
    • Filamente mit abrasiven Zusätzen wie Glasfaser, Kohlefaser oder Glow-in-the-Dark sind NICHT gestattet, da sie die Lebensdauer der Düsen drastisch reduzieren


Achtung

Filamente mit Zusätzen wie Kohlefaser, Glasfaser, Glow-in-the-dark oder ähnliche sind NICHT gestattet


  • Unser Filamentschrank bietet dir eine Auswahl an PLA, PETG (und bald auch TPU) Filamenten in diversen Farben
    • Du darfst dich im Filamentschrank frei bedienen und nicht gebrauchte Filamente gerne wieder versorgen.
    • Der Schrank dient dazu, die Filamente in einer trockenen Umgebung zu lagern, damit Alterungserscheinungen reduziert werden. Bitte die Tür nur kurz öffnen!
    • Wir verwenden hochwertige Filamente von extrudr
    • Achte beim Slicen darauf dass du das richtige Filament-Profil auswählst ("extrudr PLA NX2" oder "extrudr PETG")

Welches Filament ist das Beste für deine Anwendung

In 90% der Fälle reicht PLA. Der Vorteil dabei ist, dass es auch für Anfänger problemlos zu drucken ist.

Filament Materialien unterscheiden sich in vielen Parametern (Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und Witterung, Bruchfestigkeit, Sprödigkeit, Flexibilität und viele weitere).

Wenn dein Druck spezielle Bedürfnisse hat, lohnt es sich hier weiterzulesen:

  • Wenn der Druck etwas stabiler oder hitze-resistent sein soll, wähle PETG
  • Falls der Druck flexibel sein soll wähle TPU medium
    • Unser "extrudr TPU medium" hat eine Shore-Härte von 98A. Das entspricht etwa einem Auto-Pneu, wenn du viele Schichten davon druckst. Falls du aber nur wenige (2-3) Schichten davon druckst kannst, bleibt es sehr flexibel und kann zB. als Scharnier für einen Deckel genutzt werden.
  • TPU hart bietet sich an falls der Druck bruchfester sein soll
    • Unser "extrudr TPU hard" hat eine Shore-Härte von 58D. Das entspricht etwa einem Golfball. Es fühlt sich daher eher an wie PLA/PETG, aber ist weniger bruchfest/spröde.

Desweitern gibt es diverse spezielle Filamente für Spezialanwendungen, die wir im Fablab aber nicht vorrätig haben.

Multi-Farben und Multi-Material Druck mit dem Prusa XL

Prusa XL 3D Drucker für Multi-Material und Multi-Farben Druck

Unser Prusa XL ist ein spezieller 3D-Drucker mit 5 Werkzeug-Köpfen. Während dem Druck kann er in einer Schicht beliebig zwischen diesen fünf Köpfen und den darin geladenen Filamenten wechseln. Dies erlaubt es uns einen Druck mit mehreren Farben und/oder mehreren Materialien (mit unterschiedlichen Eigenschaften) auszuführen.

  • Multi-Farben Druck (mit gleichem Material)
    • Ist recht einfach, man muss die benötigten Farben laden (Achtung: Nur Düsen 1-4. Die Düse 5 kann nicht verwendet werden, da sie eine Düse mit grösserem Durchmesser hat)
    • Im Slicer die Teile den entsprechenden Druckköpfen zuweisen
    • Anleitung von Prusa
  • Multi-Material Druck
    • Ermöglicht die Kombination von flexiblem TPU mit stabilem PLA/PETG (siehe unsere Beispiel-Prints)
    • Anleitung von Prusa
  • Aufteilung der Druck-Elemente erfolgt entweder per Design (importiere mehrere STL Dateien gleichzeitig um die Ausrichtung beizubehalten) oder im Slicer (mit Pinsel)
  • Achtung beim Druck von TPU mit dem XL: Weiches TPU lässt sich nicht gut durch die langen Bowden-Schläuche führen. Deshalb kann man den Schlauch am Werkzeugkopf aushängen und das TPU Filament direkt einführen.
  • Experten: Üblicherweise werden in einem Druck nur Düsen mit dem gleichen Durchmesser verwendet. Falls du mit der Kombination unterschiedlicher Durchmesser experimentieren willst, siehe Prusa Blog Post zum experimentellen Druck mit gemischten Düsen Durchmessern

3D Modelle

Modelle für den 3D-Druck können selbst konstruiert werden, oder vorgefertigt im Internet gefunden werden.

Vorgefertigte Modelle

Verzeichnisse bieten eine grosse Auswahl an Modellen die andere Maker erstellt haben (typischerweise für nicht-kommerzielle Zwecke gratis)

  • printables Grosse Auswahl, kuriert von der Maker-nahen Firma Prusa
  • thingiverse Ebenfalls grosse Auswahl, gehört seit 2022 der US Firma Ultimaker
  • weitere Verzeichnisse sind verfügbar, suche einfach nach "3D print" und einem spezifischen Suchbegriff. Es gibt auch Verzeichnisse mit kostenpflichtigen Modellen.

Generatoren erzeugen einen spezifischen Gegenstand mit Parametern nach deiner Wahl der sich direkt drucken lässt

  • bento3d Erstelle eine Box mit beliebiger Grösse
  • gridfinity Generator Gridfinity ist ein Organisations-System für all deine Werkzeuge und Verbrauchsmaterial
  • printables Diverse parametrierbare Modelle auf printables

Eigene Konstruktion

Mit einem CAD Programm kannst du dein Modell selbst erstellen. Es gibt viele Programme für unterschiedliche Anforderungen.

  • tinkerCAD Einsteigerfreundlich und läuft direkt in deinem Browser
  • openSCAD Skripte dein 3D-Modell, Programmierer finden sich schnell zurecht
  • freeCAD Open Source CAD
  • fusion 360 Professionelles CAD Programm, für Maker mit einigen Limitationen gratis verfügbar
  • oder siehe Software


"Slicen" (Umwandlung des 3D-Modells in ein druckbaren "GCode")

Wir verwenden die Software Prusaslicer, die auch auf den Fablab-PCs installiert ist. Beim "Slicen" wird die 3D-Datei in viele horizontale Schichten aufgeteilt, die dann vom Drucker von unten nach oben auf die Druckfläche platziert werden.

Beim Slicen gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Wähle das "Filament Profil", das zum eingelegten Filament passt (üblicherweise "extrudr PLA NX2")
  • Importiere das 3D-Modell (üblicherweise eine .STL Datei) in den Slicer (Ctrl+I)
  • Das Modell sollte so platziert sein dass eine möglichst grosse Fläche auf der Druckplatte liegt und es möglichst wenige "überhänge" gibt

Allgemeine Tipps und Tricks

Hier findest du eine Sammlung von Tipps und Tricks zum 3D-Druck, Stand 2025-09. Diese ist aus dem Makertalk 3D-Druck 2025-09 und aus Diskussionen mit den Makern entstanden. Gerne darfst du uns auch weitere Tipps im Slack schicken, damit wir diese Sammlung ergänzen können.

  • Wähle das richtige Filament Profil im Prusaslicer, typischerweise "extrudr PLA NX2" oder "extrudr PETG"
  • Wähle die grösst mögliche Düse und Schichthöhe für einen schnellen Druck
  • Infill kann oft stark reduziert werden (zB auf 5-10%). Für mechanisch belastete Drucke ist ein hoher Infill nützlich.
  • Im 3D Design gibt es viele Aufgaben die entweder im CAD Tool oder im Slicer erledigt werden können. Der Prusaslicer zB kann einen Text oder ein SVG auf einer Oberfläche extrudieren, etc.
  • Nützliche Prusaslicer Features
    • Um einen guten Kontrast zu erzielen (zB. Text oder Markierung) füge einen manuellen Filamentwechsel in der entsprechenden Schicht ein. Sobald diese Schicht erreicht ist, wird der Drucker einen Piepton abspielen und du kannst manuell das Filament wechseln. (Anleitung Farbwechsel)
    • Im Prusaslicer kannst du im Suchfenster nach jeder Funktion/Einstellung suchen, falls du nicht weisst wo du sie findest
    • Falls du keine durchgängige Naht sehen willst, aktiviere die "zufällige Nahtposition". Manchmal ist es auch gewünscht eine durchgängige Naht zu haben, wenn man sie verstecken kann, In diesem Fall kannst du wählen wo sie plaziert werden soll.
    • Im ersten Schritt stellst du Slicer Einstellungen global für das ganze Objekt ein. Du kannst aber auch lokal Einstellungen überschreiben. ZB kannst du eine Box auf deinem Objekt platzieren und im Umfeld eines Gewindes den Infill erhöhen.
    • Die Schichthöhe kann variabel verstellt werden. Das ist zB nützlich wenn du eine Kugel druckst um bei den obersten Schichten den Schicht-Übergang zu glätten
    • Um eine besonders glatte oberste Schicht zu erreichen, aktiviere das "Bügeln"
    • Ist dein Objekt zu gross für die Druckfläche? Dann "zersäge" es in mehrere Teile mit dem "Cut" Befehl (Taste C)
    • Willst du mehrere Objekte drucken und diese optimal auf der Druckfläche platzieren? Drücke Taste "A" (für "arrange")
    • Soll die Oberfläche nicht glatt sein wie üblich, sondern texturiert? Dann aktivere die "Fuzzy Skin"
  • Falls du ein metrisches Gewinde in deinem Objekt willst, kannst du vielleicht die "Gewinde Inserts" verwenden, die mit einem Lötkolben ins Objekt eingepresst werden
  • Falls du besonders transparente Druck-Schichten erzielen willst, wähle am besten PETG. Drucke eine möglichst dünne Wand (zB nur 1 Schichtbreite) und stelle den Drucker möglichst langsam ein. Falls du mehrere Schichten übereinander druckst, stelle sicher dass du einen gleichmässigen Infill aktiviert hast (nicht zB. 90° verschoben).
  • Falls du deinen eigenen Drucker kalibrieren willst, schau dir das Tryfit System an: PrintFit
  • TPU gibt es in unterschiedlichen Härtegraden, schau dir eine Tabelle mit den unterschiedlichen "Shore-Härten" an
  • Armierte Filamente (CF, GF, Aramid) können nützlich sein für spezielle Anwendungen, aber können auch spröder sein als reines PLA/PETG
  • Für spezielle Anwendungen gibt es diverse spezielle Filamente, zB Schaum (suche nach Foamy), mit Teflon-Zusatz, X-ray safe, conductive, etc
  • Filamente nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Besonders stark "hygroskopisch" sind Nylon (PA) und TPU. Diese sollten getrocknet gelagert und allenfalls vor dem Druck "inline" getrocknet werden
  • Falls du Lücken in der obersten/untersten Schicht siehst (zB bei einem Text), dann erhöhe den "Perimeter Overlap" um die Lücken zu füllen
  • Im Netz gibt es viele Generatoren um 3D Druck Designs zu erstellen. Häufig auf Basis von OpenSCAD Skripts

Hast du weitere Tipps? Lass es uns gerne wissen im Slack Channel "3d-drucker", damit wir diese Liste ergänzen können..

Unterhalt

Wir führen Unterhalt an allen Druckern mindestens einmal pro 12 Monate durch. Dauer: ca. 1h pro Drucker.

Links:

Unsere Wartungs Schritte

Die folgenden Schritte führen wir zur 12-Monate Wartung durch für den Prusa Mk4(S):

  • Filament entladen und z-Achse hoch fahren
  • Schlauch von Extruder entfernen
  • Kabelbinder zum Display entfernen
  • Am Netzteil: Kabel zum Drucker ausstecken (bei uns ist das Netzteil im Gehäuse)
  • LED-Kabel ausstecken (Innenbeleuchtung des Gehäuse)
  • Netzteilstecker (weiss) & Erdung ausstecken
  • Am Display: Erdung & Daten-Kabel ausstecken
  • Netzwerk-Kabel ausstecken
  • Drucker aus Gehäuse herausnehmen
  • Stangen mit Haushaltpapier reinigen
  • (Werkzeugkiste: kleiner 6-Kant Schraubenzieher)
  • Schrauben nachziehen (Diese können sich durch Vibrationen lösen)
    • ACHTUNG: die Schrauben über z-Motoren NICHT anziehen
  • Riemenspannung justieren
    • Mithilfe der Prusa App oder Website (belt.connect.prusa3d.com)
    • Anweisungen folgen..
    • zum justieren: 3 Schrauben am Motor lösen ca. 1/2 Drehung. Stellschraube hinten wenig anpassen (< 1 Drehung). 3 Schrauben am Motor wieder anziehen. Neu messen mit App oder Website und wiederholen bis es passt.
    • Drucker auf die Seite legen (links)
    • Schraube rechts lösen. Dann Stellschraube anpassesn. Schraube anziehen. Messen mit App/Website und wiederholen bis es passt.
  • Schrauben unten anpassen (Lager)
    • Von Hand z-Boden verschieben und testen ob er gut läuft
  • Beim y-Motor checken dass Riemen nicht am Rand streift. Sonst Ritzel verschieben.
    • Falls nötig: Mit Torx erst die Stellschraube lösen die NICHT auf flacher Stelel liegt, dann die andere
  • Beim x-Motor checken dass Riemen nicht am Rand streift (und dass es nicht an Durchführung streift)
    • Analog wie beim y-Motor..
  • Extruder Ausbau
    • Kappe entfernen
    • Oberste zwei Kabel entfernen (schwarz: Heizelement. weiss: Sensor)
    • zwei Schrauben lösen
    • Heizelement & Extruder (mit 2 Kabel nach unten entfernen)
    • Extruder reinigen
  • Schwarzen Lüfter über Extuder abschrauben und Staub dahinter absaugen
  • Alles wieder zusammenbauen
    • Düse anschrauben mittels Rädelschrauben, festen Sitz überprüfen (aber nicht quetschen)
  • Kalibration ausführen (insbesondere Wägezellentest)