3D-Druck-Quick-Start-Guide
Inhaltsverzeichnis
Ein STL-File downloaden oder erstellen
Seiten zum STL-Files downloaden:
Seiten um selber ein STL auf einfache Art und Weise zu erstellen:
Andere Programme um ein STL zu erstellen
Grundsätzlich kann heute jedes CAD-Programm STL-Files exportieren.
- Autodesk 123D Design (sehr ähnlich zu tinkercad, kann installiert werden.)
- FreeCAD
- OpenSCAD
- Autodesk Fusion 360 (ca. 140 CHF/Jahr)
Drucker im FabLab
Wir haben zurzeit 3 verschieden 3D-Drucker
- den Ultimaker Original (für Einsteiger am besten geeignet)
- den Ultimaker Original +
- den MendelMax (für Fortgeschrittene)
- den Protos X400 (im Moment wird der noch revidiert)
gCode erstellen
Um 3D-drucken zu können, müssen wir nun aus dem STL-File einen gCode erstellen.
Dafür nehmen wir das Gratis-Programm Cura, welches auf einigen, ausgewählten Rechnern im FabLab bereits installiert und konfiguriert ist.
Im Reiter “Maschinen” musst du nun den richtigen Drucker auswählen, auf dem du am Ende drucken willst.
Nun kannst du das STL-File reinziehen und den gCode über “Datei/Speichere gCode” auf dem Rechner oder für den Ultimaker auf der SD-Karte speichern.
Die wichtigsten Einstellungen um den gCode zu erstellen
- Layer-Höhe Hier kannst du einstellen, wie dick die einzelenen Schichten werden. 0.2mm ist für die meisten Fälle ausreichend. Für schnelle, eher grobe Drucke, benutze ich 0.3mm für eher feine Drucke 0.1mm oder weniger. Dieser Parameter beeinflusst die Dauer des Druckes fast am meisten!
- Temperaturen Je nach Material, Drucker, Druckkopf und Geschwindigkeit muss man die Temperaturen noch anpassen
- PLA kann man zwischen 210 und 230°C drucken, das Heizbett (falls vorhanden) kann auf 40-50°C eingestellt werden.
- ABS kann zwischen 235 und 255°C gedruckt werden, das Heizbett muss auf 70-110°C eingestellt werden. (ABS kann nicht auf den Ultimakern ohne Heizbett gedruckt werden!)
- Infill (Füllung) Hier kannst du entscheiden, ob du nur die Hülle drucken willst 0%, nur einen Teilbereich füllen willst (20-30% reicht meist völlig aus), was man normalerweise auch macht oder ob du das ganze komplett füllen willst (100%, bedeutet nicht unbedingt beste Stabilität). 70% für sehr stabile Werte hat sich als sehr gut bewährt.
- Shell / Perimeter ist die äußere Hülle und verbindet sich mit dem gedruckten Infill. Eine Shell von 2 (d.h. die Düse drückt zweimal die äußere Kontur zweimal. Die zweite Shell wird dabei nach innen versetzt). Bei einigen Slicern wird anstelle der Anzahl Shells ein mehrfaches des Düsendurchmessers angegeben (bspw. in Cura für unsere Ultimaker mit 0.4 mm Düse, dann 0.8 Shell). Manche Teile können mit einer dickeren Shell und 0% Infill stabiler sein, als mit nur einer Shell und höherem Infill.
- Geschwindigkeit auch hier kommt es wieder darauf an, was du genau willst und auf welchem Drucker du arbeitest. Grundsätzlich gilt, je schneller du druckst, umso höher muss die Temperatur sein und umso ungenauer, unschöner wird der Druck. Wenn du zu schnell druckst, kann es sein, dass der Extruder zu viel Kraft braucht, diese aber nicht mehr hat. Dann hört man ein „klack, klack“, der Motor versucht zu drehen, schafft es aber nicht und aus dem Extruder kommt kein Material mehr. Das nennt man dann Schrittverluste.
- Mit dem Mendelmax und dem Ultimaker, sollte es gut möglich sein, mit Geschwindigkeiten bis zu 80mm/s zu drucken.
- Mit dem Protos X400 sollte es im Moment bei 60mm/s gut funktionieren.
- Haftung am Druckbett
- Support
Drucker bedienen
Ultimaker
Den Ultimaker bedient man nun direkt über den Dreh-Drück-Knopf und mit der SD-Karte. Dazu musst du nun einfach das gCode-File auf die SD-Karte vom Ultimaker kopieren und diese dann auch wieder in den Ultimaker schieben.
Danach kannst du im Menüpunkt „Von SD-Karte drucken“ mit dem Drehrad die zu druckende Datei durch Drücken auf das Drehrad wählen.
Wir empfehlen, vor jedem Druck:
- Vor dem Druck sollte die Achse am Extruder kontrolliert werden. Wenn sie verschmutzt ist, muss sie gereinigt werden, damit das Filament sauber transportiert werden kann.
- Sobald die Düse aufgeheizt ist, aber noch bevor der Druck losgeht, drehe am hinteren Rad des Extruders (an der Rückseite, dort wo das Drickfilament in den Zuführungsschlauch (Bowden Tube) geführt wird) 1-2 mal. Dies führt dazu, dass ausreichend Filament in der Druckdüse ist.
- alle 2 Wochen: Druckbett kalibrieren, d.h. prüfen, ob der Druckkopf ca. 0.1mm vom Druckbett entfernt ist. Cura bietet dafür eine Prüfoption. Alternativ zu Beginn des Druckes die ersten gedruckten Linien optisch prüfen. Diese sollten flach und direkt auf das Druckbett aufgebracht sein. Falls nicht, gebt bitte dem LabManager Bescheid. Er kann mit dem passenden Schraubendreher die Höhe des Druckbetts anpassen.
Mendelmax und Protos X400
Um die anderen Drucker zu bedienen startet man das Programm “RepetierHost”.
Nachdem man den Drucker angestellt hat, kontrolliert man am X400 ob es noch Wasser in der Pumpe hat.
Heize nun den Extruder und die Heizplatte manuell auf. Das verhindert ein Crash von Extruder mit der Platte während dem Homing, wenn noch Filamentreste auf der Platte liegen.
Danach fahren wir alle Achsen auf 0, mit dem Home-Button.
Nun putzt man die Druckplatten noch mit dem Bremsreiniger und entfernt alle Druck- und Fett-Reste, damit der neue Druck auch sauber auf der Platte hält.
Nun öffnet man das gCode-File und drückt auf Start und schaut was dabei herauskommt.
Nach dem Druck wartet man, bis die Heizplatte auf unter 50°C gekühlt ist und entfernt das Bauteil.
Fehlersuche beim MendelMax
Wenn du den Drucker manuell nicht auf die Referenzposition fahren kannst, überprüfe im Gerätemanager im Windows, welchen COM-Port der Drucker hat. Überprüfe nun die Baudrate. Der MendelMax (COM4) braucht 115200, der Protos X400 (COM3) 250000.
Viel Erfolg beim Experimentieren.